Kreuzzüge, Dschihad und Saladin

Für die Anfangsperiode der Kreuzzüge sind für die Muslime bei der Bekämpfung der von ihnen sogenannten Freng (Franken) keine religiösen Motive überliefert. Sie waren auch nicht nötig. Die türkischen Sultane hielten die Fremden für ganz normale Eroberer, denen Einhalt geboten werden musste. Und sie hatten insofern recht, als die Angereisten feudale Herrschaften errichteten, wo sie nur konnten. Erst nach einiger Zeit nahmen die islamischen Gelehrten wahr, dass sich ihre Gegner auf einen göttlichen Auftrag beriefen und ihren Kämpfern die Tilgung aller Sünden versprachen, also den unmittelbaren Zugang zum Paradies. Nur ad-Din und Saladin setzen nun mit Hilfe der Geistlichkeit auf einen ähnlichen Anreiz. Gegenwärtig ist ein Name für gottgefälliges Handeln im Islam bis hin in zu den Stammtischen in aller Munde. Richtig: Dschihad. Dschihad ist schwer und kaum unstrittig zu übersetzen. Eine individuelle Pflicht auf dem Weg Gottes zu handeln, hier: gegen die Ungläubigen zu kämpfen, um im Todesfall als Märtyrer der Wonnen des islamischen Paradieses teilhaftig zu werden. Dschihad wird heute überwiegend mit Heiliger Kampf verdeutscht. (Vom Koran Geheiligter, also glaubensgemäßer Kampf würde meines Erachtens der Bedeutung etwas näher kommen.) Die Propagierung war für Nur-ad Din und Saladin zweischneidig, weil sie zur Stabilisierung und Ausweitung ihrer Herrschaft auch Krieg gegen Muslime führen mussten. Dann saß ihnen die Geistlichkeit im Nacken nach dem Motto: Ihr habt euch zum Dschihad gegen die Franken verpflichtet.


KAMPFZIEL JERUSALEM

Die Propaganda für den ersten Kreuzzug verknüpfte die Eroberung von Jerusalem mit einem besonderen Heilsversprechen - die Kirche hatte ein abgehobenes Bild von der Stadt ausgemalt: Das Himmlische Jerusalem. Das wirkliche Stadt verarmte nach der systematischen Tötung aller Bewohner durch Kreuzfahrer im Jahr 1099. Jerusalem als Kampfziel war der Kirche also realitätsbedingt abhanden gekommen. Nicht so den Muslimen. Das Massaker von 1099 wurde nicht vergessen, Geistliche und Literaten ließen nicht ab, die Rückeroberung der drittheiligsten Stätten des Islam fordern. Saladin hatte geschworen, in Jerusalem so vorzugehen, wie einst die Ungläubigen. Gut möglich, für Saladin war die Verbreitung von Dschihad-Parolen offensichtlich eine taktisch-politische Frage. Einerseits waren sie nützlich, um Einigkeit zu Fordern und Kämpfer zu mobilieren, anderseits engten sie den Handlungsspielraum ein.


Al-Aqsa-Moschee
Die al-Aqsa Moschee in Jerusalem, eine heilige Stätte für Muslime
Kreuzritter in Moschee
Kreuzfahrer richten 1099 in der al-Aqsa Moschee ein Blutbad an und verwandeln die Felsenmoschee in eine Kirche.
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Saldins Feldzug in Palästina

Saladin erobert Jerusalem

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Angst vor einer Islamisierung? Warnung vor Nebenwirkungen für an Islamphobie leidende - sprich für unterschwellige oder bewußte Islamfeinde (Islamhasser). Die vesuchsweise unparteiische Darstellungsweise könnte bei Betroffenen zu heftigen Kreislauf-Reaktionen führen. Das gilt auch für Dschihad-Befürworter, sprich sogenannte Islamisten (Westen-Hasser).
Kreuzzug gegen den Islam?

In den Aufrufen zu den Kreuzzügen ab 1095 kommt das Wort Islam nicht vor. Dem Feind, Türken, Zarazenen, Feinde Gottes, Ungläubige wird keine Religion zugebillgt, was Muslime glaubten, war im Westen nur wenigen Gelehrten in Umrissen bekannt. Wer heute Kreuzzüge gegen den Islam predigt, vertut sich schon rein begrifflich. Das Wort steht heute für einen Kulturkeis oder die Religion, die auf dem Koran basiert. Beides kann man nicht bekämpfen, weil man schlicht nicht auf sie zielen kann. Die Kreuzzüge dienten der Eroberung von Territorien, die von Muslimen beherrscht bzw. bewohnt wurden. Es waren Kriesgzüge, der Name dafür war Propaganda. Bekämft wurden Muslime. Und natürlich getötet. Kreuzzug gegen den Islam ist der Propaganda-Name für einen Krieg gegen Muslime. (Werteverteidigung). So offen wollen das die meisten nicht sagen. Passt schelcht zum Zeitgeist, außerdem ist zum Krieg auffordern laut Verfassung verboten. (Unsere Werte).