Die Bezeichnung Kreuzritter dient der Schönfärberei
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Ungefärbt

Albert von Aachen über die zweite Phase der Einnahme von Jerusalem durch sogenannte Kreuzfahrer (Kreuzritter) am 15. Juli 1099.

"Nach dem fürchterlichen und blutigen Hinmorden der Sarazenen, von denen dort (im Tempel) zehntausend erschlagen wurden, kehrten die Christen siegreich vom Palast zur Stadt zurück und machten nun viele Scharen von Heiden, die in ihrer Todesangst versprengt durch die Gassen irrten, mit dem Schwert nieder. Weiber, die in die befestigten Häuser und Paläste geflohen waren, durchbohrten sie mit dem Schwert. Kinder, noch saugend, rissen sie an den Füßen von der Brust der Mutter oder aus den Wiegen und warfen sie an die Wand und auf die Türschwellen und brachen ihnen das Genick. Andere machten sie mit den Waffen nieder, wieder andere töteten sie mit Steinen. Kein Alter und kein Geschlecht der Heiden wurde verschont. Wer zuerst in ein Haus oder einen Palast eindrang, behielt diesen in seinem Besitz, mit allem Gerät, mit Getreide, Gerste, Wein und Öl, Geld und Kleidern und allen Besitztümern. So wurden die Pilger Herren und Besitzer der ganzen Stadt."
Kreuzritter am Werk
Kreuzritter
Stationen der Beschönigung und Romatisierung
Anfänglich spielte das Marterholz, an dem die Evangelisten Christus sterben lassen, terminologisch keine Rolle. Folgt man den Chronisten, sahen sich die Teilnehmer am ersten Feldzug in den Nahen Osten als Pilger oder milites Christi. Als die nachfolgenden Unternehmen quasi notorisch mit großen Verlusten scheiterten, kamen natürlich Zweifel auf, ob das Ganze mit Billigung Gottes stattfand. Also sahen sich die Päpste und ihre Propgandisten gezwungen, sprachlich nachzurüsten. Die Bezeichnung Kreuzzüge (croisades, crusades) und Kreuzfahrer (croisés, crusaders) soll den Glauben bestärken, es ginge um eine gute Sache, hinter der Christus selbst stehe. Als höfische Literaten den edlen (fairen, treuen) Tournierritter entdeckten, konnte es nicht ausbleiben, dessen unterstellte weltlichen Tugenden mit christlichen zu verquicken. So übernahm im schönfärbenden Erzählbetrieb der Kreuzritter den Kampf für das abendländische Gute.
Ritterliches Foltern
Ritterliches foltern von Gefangenen - auf Befehl des Anführers der Normannen Bohemund Hauptseite