Definition Bedeutung Kreuzzug - "heilige" Kriege - Dschihad
Was heißt
Kreuzzüge im Mittelalter
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Kreuzzug-Anführer Bohemund läßt Gefangene foltern, um ihnen Informationen zu entlocken.
Kreuzzug Folter
Die sogenannten Glaubenskriege im Wandel der Zeiten

Die Bezeichnung "Kreuzzüge" wurde im Mittelalter nur dann für Feldzüge verwendet, wenn der Papst dazu aufgerufen hatte und die Kreuzzugsprivilegien gewährte: Erlass der kirchlichen Bußstrafen, Stornierung der "weltlichen Schulden" und Versprechung der Sündenvergebung. Dabei ging es im ersten Kreuzzug nur gegen Muslime und die Eroberung von Territorien, aber nicht gegen den "Islam". Der war als Begriff nicht vorhanden. Dass Muslime sich auch auf die Bibel beriefen, nur an den Bibel-Gott glaubten, wußten nur einige Gelehrte. Alsbald erfolgten Aufrufe zum Kreuzug gegen Slawen, "abtrünnige" Christen (Katharer und andere), aufständische Bauern (Stedinger), ja es gab sogar Päpste, die zum Kreuzzug gegen ihre Konkurrenzpäpste oder den Kaiser aufriefen. In der Neuzeit war in der Kriegspropaganda von "Kreuzzügen" die Rede, um damit "ideelle" Motive zu reklamieren, einen Kampf um eine "gute Sache" - etwa "Demokratie" und "Menschenrechte". So etwa George W. Bush in seiner nachgeschobenen Begründung für den Irakfeldzug. Zum Thema Folter bleibt anzumerken, dass auch bei diesem angeblich edlen Unterfangen systematischer vorgegangen wurde, als bei den Originalkreuzzügen im Mittelalter.
Gottfried von Boullion in Jerusalem 1099
Die Sichtweisen ändern sich mit dem sogenannten Zeitgeist

Die Kreuzzüge wurden im Mittelalter von den Zeitgenossen noch ziemlich realistisch dargestellt. Im Neunzehnten Jahrundert kam zum Zweck der Verklärung frommer Kitsch zum Zug. Hier die Einnahme Jerusalems. Drei Tote, zwei Verletzte, ein Priester predigt. Tatsächlich beschreiben die Augenzeugen, dass in den Straßen das Bliut floss und die Leichen sich zu Bergen häuften. Die "Kreuzritter" hatten mehrer Tage gebraucht, um sämtliche Juden, Muslime und orientalische Christen zu töten. Die systematische Ausrottung (sowas wird neuerlich auch ethnische Säuberung genannt) ging auf einen Beschluss der Anführer zurück. Die ganze Stadt sollte umstandslos in den Besitz der Kreuzfahrer übergehen, Grundstücke, Häuser, Geld, Inventar. Mit den Bewohnern erloschen auch sämtliche Besitzrechte, alle Urkunden waren damit ungültig.

Siehe auch: Das Massaker von Jerusalem
Kreuzzüge im Mittelalter
Massaker in Jerusalem 1099, hier in al-Aqsa Moschee. Miniatur 14. Jahrhundert